Ich bin immer wieder selbst überrascht, wie wirkungsvoll und vor allem wie schnell die EMDR Methode ein Geburtstrauma auflösen kann. In meiner Arbeit erlebe ich häufig, dass bereits ein bis zwei Sitzungen ausreichen und Frauen eine spürbare, tiefgreifende Veränderung wahrnehmen. Der emotionale Druck wird deutlich kleiner oder verschwindet sogar ganz. Manche beschreiben es so, dass die Erinnerung zwar noch da ist, aber nicht mehr überwältigend. Fast wie entkoppelt. Und ganz oft entsteht daraus sogar ein neuer, tragender Glaubenssatz, auf dem sich weiter aufbauen lässt.
Genau darin liegt für viele ein entscheidender Vorteil von EMDR gegenüber rein gesprächsbasierter Therapie. Klassische Psychotherapie oder lange Aufarbeitungsprozesse können sehr wertvoll sein, brauchen aber Zeit. Monate, manchmal Jahre. Diese Zeit hat man in der Schwangerschaft oft nicht.
Viele Frauen kommen erst dann an den Punkt, an dem sie merken, wie sehr sie die letzte Geburt noch belastet, wenn sie erneut schwanger sind. Plötzlich ist sie wieder da, diese innere Unruhe. Die Angst, dass sich alles wiederholt. Als Hebamme habe ich das unzählige Male erlebt. Vorher ging es irgendwie. Man hat funktioniert. Doch mit der neuen Schwangerschaft bricht etwas auf, das nie wirklich verarbeitet wurde.
Genau hier erlebe ich die EMDR Therapie bei Geburtstrauma als besonders wertvoll. Sie ist zielgerichtet, strukturiert und kann auch in der Schwangerschaft (ab der 36. Schwangerschaftswoche) gut eingesetzt werden, wenn sie fachlich sauber begleitet wird.
Im Idealfall jedoch, findet diese Auflösung entweder direkt nach der traumatisch erlebten Geburt, noch im Wochenbett oder dann mit dem Wunsch nach einem zweiten Kind, 1-3 Jahre danach, statt.
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Übersetzt bedeutet das: Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen. Es handelt sich dabei nicht um eine esoterische Methode, sondern um ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das zur Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung entwickelt wurde.
Während einer EMDR Sitzung konzentriert sich die Klientin auf eine belastende Situation, ohne dass es unbedingt detailliert erzählt werden muss. Darauffolgend übt der Therapeut eine Stimulation aus, während der Klient versucht, so intensiv wie möglich bei der Emotion zubleiben.
Die Stimulation ist meist eine geführte Augenbewegungen, manchmal aber auch Töne oder sanfte taktile Reize. Mit dieser Stimulation und das gleichzeitige Fühlen der Emotion, führt zu einer Art „Überlastung“ des Gehirns. Daraus folgt eine „Desensibilisierung“. So lernt das Gehirn, dass diese Emotion auchanders (schwächer) wahrgenommen werden kann und speichert sie dann neu ab („Reprocessing“).
Nach der Stimulation geht es oft mental an einen sicheren Ort, bevor dann wieder das belastende Erlebnis angegangen wird. Und so werden mehrer Runden gedreht, bis die Belastung langsam schwindet.
Viele Frauen sind überrascht, wie ruhig und klar sich der Prozess anfühlt. Es ist kein „Wühlen“. Kein endloses Analysieren. Eher ein inneres Neuordnen.
Ja. EMDR ist international anerkannt und wird unter anderem von der WHO und anderen Fachgremien zur Behandlung von Traumafolgestörungen empfohlen. Auch im Kontext von Geburtstrauma zeigen Studien und Praxiserfahrungen, dass EMDR eine effektive und schonende Methode sein kann.
Wichtig ist jedoch: EMDR ersetzt nicht automatisch eine Psychotherapie, es kommt darauf an wie tiefgreifend das Trauma ist. Durch meinen Background als Hebamme, kann ich das sehr gut einschätzen und ggf. weiterleiten.
Eine Frage, die mir oft gestellt wird. Ja, EMDR kann unter bestimmten Voraussetzungen auch online durchgeführt werden. Die Struktur bleibt gleich, die bilaterale Stimulation wird angepasst. Gerade für Frauen, in ländlichen Gebieten der Schweiz, wo das Angebot nicht flächendeckend ist, kann das eine sehr gute Lösung sein. Wichtig ist dabei eine sorgfältige Abklärung und eine sichere therapeutische Begleitung. In meinem Online-Angebot setze ich als Hebamme genau hier an und arbeite bewusst ruhig, klar und professionnell.
Falls ein tiefgreifendes Trauma vorliegt, welches in dein tägliches Leben eingreifft, dann ist es sinnvoll, EMDR nicht isoliert zu betrachten, sondern zusätzlich eine psychotherapeutische Begleitung hinzu zu ziehen.
Hinweise auf ein tiefgreifendes, voll ausgeprägtes Geburtstrauma:
Um herauszufinden, ob die EMDR Therapie auf deine individuelle Situation passt, dann fülle diesen Fragebogen aus und ich schicke dir die Auswertig direkt per Email.
Als Hebamme habe ich viele Familien nach der Geburt begleitet und tausende von Geburtsgeschichten gehört und was ich mich am meisten erstaunt, ist, wie oft und lange Frauen mit diesen Erfahrungen alleine bleiben, ohne sich Hilfe zu holen. Und ich habe gesehen, wie viel sich verändern kann, wenn das Erlebte einen sicheren Platz bekommt. EMDR kann genau dabei unterstützen. Sanft, effektiv und oft überraschend schnell.
Wenn du spürst, dass deine letzte Geburt noch immer nachwirkt, dann lohnt es sich, hinzuschauen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.