Dein Baby schreit viel, möchte ständig getragen werden und schläft nur leicht? Dann fragst du dich vielleicht, ob es ein Geburtstrauma erlebt haben könnte. In diesem Beitrag zeige ich dir, woran du ein Geburtstrauma beim Baby erkennen kannst und was dir und deinem Kind helfen kann. Du bist damit nicht allein, und es gibt sanfte Wege, wie ihr beide gut ankommen könnt.
Warum schon eine ganz normale Geburt ein Schock sein kann
Es gibt wenige Kinder, die auf die Welt kommen und erst einmal eine Stunde lang durchschreien. Das habe ich auch bei Kindern erlebt, die ganz friedlich und selbstbestimmt von ihrer Mama geboren wurden. Ich möchte damit sagen: Eine Geburt ist für ein Baby von Natur aus erst einmal ein Schock.
Stell dir die Umstellung vor: von Wasser zu Land, von dunkel zu hell, von warm zu kalt, von leise zu laut. Der erste Atemzug, der Kreislauf stellt sich um. Plötzlich so viel Platz, keine Begrenzung mehr. Und mittendrin die Frage: Wo ist Mama? Wo ist Mama?
Kommt es dann auch noch zu einer Trennung von Mutter und Kind, kann das schon Grund genug sein, dass dein Baby ein kleines Trauma in sich trägt. Und noch etwas: Die Geburt muss von dir gar nicht traumatisch erlebt worden sein. Dein Kind kann sie trotzdem so erlebt haben.

Mögliche Ursachen: Risikofaktoren für ein Geburtstrauma beim Baby
Diese Faktoren können dazu beitragen, dass ein Baby die Geburt als traumatisch erlebt:
- Kaiserschnitt
- Notkaiserschnitt
- Einleitung
- Sehr schnelle Geburt, Sturzgeburt
- Trennung von der Mama nach der Geburt, auch wenn nur „kurz“
- Saugglocke
- Interventionen unter der Geburt direkt beim Kind: Eröffnung der Fruchtblase, Blutgasanalyse an der Kopfhaut, interne -Herztonüberwachung mit einer Kopfelektrode
- Angst und Stress der Mutter unter der Geburt
- Wehensturm
- Komplikationen unter der Geburt wie Schulterdystokie, Stecken bleiben oder eine Fehleinstellung
- Aufenthalt auf der Neonatologie oder im Brutkasten
- Reanimation oder Absaugen direkt nach der Geburt
Geburtstrauma beim Baby erkennen: Anzeichen und Symptome
Ein Geburtstrauma kann körperlich oder psychisch sein. Häufig ist bei einem körperlichen Trauma auch ein psychisches vorhanden. Ein Beispiel ist die Schulterdystokie: Das Kind braucht danach vielleicht Physiotherapie, muss aber auch den Schock verarbeiten, dass es stecken geblieben ist und möglicherweise an ihm gezerrt wurde. In diesem Beitrag geht es vor allem um die psychischen Folgen.
Diese Zeichen können auf eine traumatisch erlebte Geburt hinweisen
Auch eine belastende Schwangerschaft kann sich so zeigen. Oft spricht man dann von einem Schreibaby, das sich nicht beruhigen lässt:
- Viel Schreien, manchmal schrill
- Möchte ständig getragen werden und kann keine Sekunde abgelegt werden
- Hasst den Kinderwagen, nur die Trage ist möglich
- Möchte ständig die Brust
- Fühlt sich nur bei der Mama wohl
- Wacht auf und schreit sofort
- Erhöhte Körperspannung
- Viele Blähungen und Bauchweh
- Arztbesuche sind ein grosses Drama
- Ist sehr schreckhaft
- Sehr leichter Schlaf
Es müssen mehrere Zeichen zusammenkommen, damit ein Geburtstrauma wahrscheinlicher wird. Eines allein reicht nicht aus. Viele dieser Zeichen können ausserdem andere Ursachen haben, zum Beispiel Blähungen, Reflux oder Schmerzen. Lass dein Baby deshalb immer auch von deiner Hebamme oder Kinderärztin anschauen, damit körperliche Ursachen abgeklärt sind.
Was du tun kannst: Geburtstrauma beim Baby auflösen und verarbeiten
Es gibt mehrere sanfte Wege, wie du dein Baby und dich unterstützen kannst. Hier findest du fünf Möglichkeiten:
Hilfe und Unterstützung holen
Du musst nicht alles alleine auffangen. Der Verein Schreibabyhilfe bietet ein Hilfetelefon rund um das Thema Schreibabys und den Austausch mit anderen Betroffenen.
Das Baby-Heil-Bad
Beim Baby-Heil-Bad wird der Moment direkt nach der Geburt noch einmal nachgestellt, zusammen mit einer Hebamme oder nach Anleitung. Die Mama legt sich mit freiem Oberkörper ins Bett, die Atmosphäre ist entspannt und harmonisch. Das Kind wird von der Hebamme oder vom Vater (oder einer Hilfsperson) gebadet. Dann wird es nass, wie es ist, der Mama auf die Brust gelegt und mit warmen Tüchern zugedeckt. Der erste Hautkontakt, das Bonding, bekommt so noch einmal Raum. Dann darf fliessen, was fliessen muss. Bei beiden.
Homöopathie und Bachblüten
Eine homöopathische Beratung kann eine weitere Möglichkeit sein. Bachblüten sind für mich eine herrliche Methode zur psychischen Unterstützung, gerade bei Kindern.
Emotion Code beim Kind anwenden
Der Emotion Code ist eine Methode, die du selbst lernen kannst, um blockierte Gefühle im Körper zu lösen. Dabei wird mit Muskeltest (Kinesiologie) gearbeitet. Lies aber zuerst das Buch dazu.
Schau auch bei dir hin
Schau, was bei dir als Mama noch aufgearbeitet werden darf. Das hilft deinem Kind langfristig. Wenn du dir dazu Begleitung wünschst, findest du mehr in meinem Blogartikel zum Geburtstrauma auflösen und in meinem Angebot Geburtstrauma aufarbeiten.
Du musst das nicht alleine tragen
Wenn du dich fragst, ob dein Baby ein Geburtstrauma erlebt hat, oder wenn dich deine eigene Geburt noch beschäftigt, lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch ein. Gemeinsam schauen wir, was dich und dein Kind bewegt.
Jedes Kind darf nach der Geburt ankommen, und du musst es dabei nicht alleine begleiten.



