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Blog · 27. September 2026

Geburtsplan schreiben: Vorlage für die Schweiz und was wirklich hineingehört

Ein Geburtsplan ist keine Bestellung an das Spital. Er ist eine Seite, auf der steht, was dir wichtig ist – damit das Team am Tag der Geburt nicht raten muss. Die meisten Pläne, die ich sehe, sind zu lang. Eine Seite reicht.

Was ist ein Geburtsplan – und was nicht?

Ein Geburtsplan hält fest, wie du dir Begleitung, Umgebung und Entscheidungen wünschst. Er ist kein Vertrag: Verläuft die Geburt anders als geplant, entscheidet das Fachteam mit dir zusammen neu. Genau deshalb lohnt es sich, ihn als Gesprächsgrundlage zu schreiben, nicht als Forderungsliste.

Was gehört auf die eine Seite?

  • Wer dich begleitet: Partnerin oder Partner, Doula, Namen und Rollen.
  • Umgebung und Atmosphäre: Licht, Musik, Ruhe, Ansprechen im Flüsterton
  • Schmerzlinderung: was du zuerst versuchen möchtest (Atmung, Wärme, Positionen, Wasser, Tens-Gerät) und wie du zu Medikamenten und zur PDA stehst.
  • Untersuchungen und Eingriffe: Bitte um Erklärung vor jedem Schritt, Bedenkzeit, wenn es die Situation zulässt.
  • Nach der Geburt: Kind selbst hochnehmen, Hautkontakt direkt nach der Geburt, Nabelschnur auspulsieren lassen, wer nabelt ab, erstes Stillen
  • Falls es zum Kaiserschnitt kommt: Begleitperson im OP, Hautkontakt so früh wie möglich.

Vorlage: Geburtsplan auf einer Seite

Kopiere den Aufbau, streiche, was für dich nicht zählt:

Geburtsplan von [Name], errechneter Termin [Datum]
Begleitung: …
Atmosphäre: …
Das hilft mir bei Wehen: …
Schmerzmittel und PDA: …
Bitte vor Eingriffen: kurz erklären und fragen
Nach der Geburt: Hautkontakt, [Stillen ja/nein], Abnabeln …
Wenn ein Kaiserschnitt nötig wird: …
Was ich sonst noch sagen möchte: …

Wann und mit wem besprichst du ihn?

Am besten in den letzten Wochen vor dem Termin mit deiner Hebamme oder in der Geburtsvorbereitung – und dann noch einmal beim Anmeldegespräch im Spital oder Geburtshaus. Viele Häuser in der Schweiz haben eigene Formulare; frag danach, damit dein Plan dort hineinpasst.

Drei Fehler, die ich oft sehe

  1. Zu lang. Drei Seiten liest im Gebärsaal niemand. Eine Seite wird gelesen.
  2. Nur Verbote. «Kein Dammschnitt, kein Wehenmittel» hilft dem Team weniger als «erklärt mir, warum, bevor ihr es tut».
  3. Kein Plan B. Der Plan B ist wichtig zu durchdenken, denn wer aufschreibt, was bei einer Abweichung wichtig ist, erlebt die Abweichung leichter.

Du willst das mit mir zusammen anschauen?

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